Biografie

1924 Heinz Friedrich wird als zweites von drei Kindern des Karl Friedrich und seiner Ehefrau Katharina, geb. Waldecker in Schwetzingen geboren.

1929 Der Junge zeichnet bereits früh ähnliche Bleistiftzeichnungen seiner Verwandtschaft. Er wird im Alter von fünf Jahren von einem auf ihn aufmerksam gewordenen Lehrer vor Gymnasialschülern als begabter Portraitkünstler vorgestellt.

1930 Besuch der Volksschule in Schwetzingen. Als Zehnjähriger darf er den Zeichenunterricht verlassen, um alleine Architektur und Perspektive auf der Straße zu zeichnen. In Kunst erhält er bei Schulwettbewerben erste Preise.

1938 Auf Wunsch der Eltern Beginn einer Lehre bei der Stadtverwaltung Schwetzingen; im Stadtbauamt wird er als technischer Lehrling mit zeichnerischen Aufgaben betraut.

1940 Beginn und zwei Jahre später Abschluss einer Lehre als Maurer. Durch eine parallele Weiterbildung als Bautechniker und frühe Planungsarbeiten überträgt man dem Siebzehnjährigen sogar die Leitung auf einer BASF Baustelle in Ludwigshafen.

1942 Im Oktober muss er – gerade volljährig – zur Wehrmacht und wird Pionier, später Offiziersbewerber.

1943 wird der Gefreite nach Russland abgestellt, erlebt dort den Rückzug im Winter 1943/44 und wird geringfügig verwundet.

1944 Verlegung nach Italien. In einem schönen Sommer entstehen erste Aquarelle. Durch Portraits lernt er eine italienische Industriellenfamilie kennen.

1946 Nach dem Krieg Beginn des Studiums an der Stuttgarter Akademie. In den vier Semestern verdient er sich das Studiengeld und den Lebensunterhalt mit Portraits bei amerikanischen Besatzungsfamilien.

1948 Wechsel zur Akademie nach Karlsruhe. Die Maler Schnarrenberger und Laible – beide Vertreter der Neuen Sachlichkeit – werden seine Lehrer. Die Strenge, Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit prägen ihn.

1949 Nach der Währungsreform lebt Friedrich bei seinen Eltern in sehr bescheidenen und beengten Verhältnissen in einer Dachwohnung in Schwetzingen.

1949 Es treibt ihn zurück nach Norditalien, ohne Pass und Geld. Eine abenteuerliche Reise prägen ihn und festigen seine Verbundenheit zu diesem Land.

1951 Entschlossen, seine Situation zu verändern, gelingt es ihm, mit Erspartem ein Grundstück und mit gutem Eindruck einen Kredit zu erwerben. Zusammen mit den Eltern schafft er es, buchstäblich mit den eigenen Händen ein Haus mit Atelier zu bauen. Es fehlt noch vieles, aber er malt jetzt in seinem Atelier. Durch die Malerei und das Musizieren in einer Band verdient er sich Geld und zunehmend Anerkennung. Das Quintett "Angelis" ist eine beliebte Band. Die Jazzmusik und der Sport (Skifahren und später Laufen und Turnen) werden zu seinen Hobbys.

1952 Auf Reisen nach Italien intensiviert sich die Beziehung zur Industriellenfamilie Marioni; ein Sohn dieser Großfamilie – Cesare – ist fasziniert von der künstlerischen Kraft Heinz Friedrichs, es wird eine Maler-Freundschaft fürs Leben. Heinz Friedrich arbeitet für zweieinhalb Jahre am Zimmertheater Heidelberg als Bühnenbildner; Gastaufträge an anderen Bühnen folgen.

1953 Der Maler lernt seine spätere Frau Helga Winkelmann kennen.

1956 Besuch der Salzburger Sommerakademie bei Oskar Kokoschka und Giacomo Manzu. Bei einem Abschiedsbesuch hält Kokoschka auf der Akademiebestätigung handschriftlich fest: "Sehr begabt und aufnahmefähig, sollte in Deutschland gefördert werden."

1957 Heirat mit Helga Winkelmann; Hochzeitsreise nach Südafrika, wo nach einer erfolgreichen Ausstellung in der Galerie des befreundeten Neil Sack auch wieder viele Portraitaufträge es ermöglichen die Reise auf sechs Monate auszudehnen; 1959 folgt eine zweite Reise nach Südafrika mit Stationen in Durban, Zululand, Swasiland und Johannesburg.

1961 Sohn Matthias wird geboren. Heinz Friedrich ist Mitglied der Pfälzer Künstlergenossenschaft geworden.

1962 Die "Kleine Galerie" Dr. Tenner in Heidelberg ermöglicht ihm eine Ausstellung. Erste freundliche Kritiken. Die kommenden Jahre malt der knapp Vierzigjährige unbeirrt von aufkommenden Kunsttrends Landschaften, Stillleben und Akte in einer Farbigkeit und Auffassung, die den Einfluss der Fauves und Expressionisten nicht verleugnet. Dazwischen immer wieder Portraitaufträge, mit denen er weitgehendst die Familie ernähren kann. Seine konsequente Haltung quittiert die Presse nicht immer mit positivem Urteil.

1964 Auf Einladung einer amerikanischen Familie reist Friedrich in die USA nach Georgia; er sieht New York und reist von Los Angeles weiter nach Tahiti.

1965 Johannes, der zweite Sohn wird geboren. Das Haus wird zu klein. Heinz Friedrich entschließt sich, das Haus umzubauen und zu vergrößern. Wieder mit den Eltern und einer kleinen Arbeitskolonne baut der Maler unter schwierigsten Bedingungen das Haus um, so dass für alle jetzt genügend Platz ist.

1966 In den folgenden Jahren gelingen Ausstellungen in Landau (Villa Strecius), Speyer und Stuttgart (Kunsthaus Schaller); er unternimmt zwei weitere Reisen nach Südafrika.

1970 Aufnahme bei der Internationalen Vereinigung der Holzschneider "Xylon". Heinz Friedrich beschäftigt sich in zunehmendem Maße mit dem Holz- und Linolschnitt. In der Pfalz – nicht nur für ihn die italienische Ecke – mietet sich Friedrich ein Wochenendhaus in Frankweiler; in den 80er Jahren erwirbt er ein Bauernhaus in Freimersheim.

1972 Heinz Friedrich riskiert die Herausgabe einer aufwendigen Mappe "Pfälzer Feste" mit sieben großformatigen Farbholzschnitten, die einen durchschlagenden Erfolg erleben. Die Druckgrafik bestimmt mit weiteren Mappenwerken die nächsten Jahre.
Das Fernsehstudio Mainz dreht einen kleinen Film über ihn, Wandaufträge beleben das künstlerische Schaffen.

1974 Er lernt den Maler Renato Guttuso kennen und folgt seiner Einladung nach Varese. Seine Reiseleidenschaft führt ihn neben den mittlerweile jährlichen Reisen und Familienurlauben in Italien nach Thailand und Bali.

1975 Neben reger Ausstellungstätigkeit erscheinen auch erste Bücher über Heinz Friedrich. Durch Zufall lernt er den Schweizer Kunsthändler Ulric Grossmann kennen.

1976 Auf gemeinsamen Ausstellungen begegnet er dem Maler Bruno Müller-Linow, mit dem ihn fortan eine enge Malerfreundschaft verbindet. Erste Zusammenarbeit mit Galerien und Editionen.

1978 Nach etwa 25 Einzelausstellungen zeigt Heinz Friedrich in der Pfalzgalerie Kaiserslautern seine bisher umfangreichste Einzelausstellungen, die alle Besucher überrascht, weil man den bisher auf diesem Niveau unbekannten Heinz Friedrich entdeckt. Spielarten des neuen Realismus haben die Akzeptanz für den konsequent figurativen Maler verbessert. Sein Freund Bruno Müller-Linow hält eine brilliante Eröffnungsrede, der Besucherstrom ist ungewöhnlich hoch. Im Sommer fährt er ein zweites Mal nach Bali und Nepal. Der Kontakt zu Ulric Grossmann nimmt konkrete Formen an – er erhält im Frühsommer 1979 seine erste Ausstellung in der Schweiz (Bad Schinznach).

1980 Dritte Reise nach Bali. Im Mai malt er mit seinem Freund Neil Sack in dessen Rustico in Umbrien. Im Oktober findet im Seedamm-Kulturzentrum in Pfäffikon (Schweiz) die wohl größte und erfolgreichste Ausstellung Heinz Friedrichs statt. Die mit Ulric Grossmann veranstaltete umfangreiche Retrospektive sehen über 2.000 Besucher. Es ist der Höhepunkt einer in den folgenden Jahren vertrauensvollen, erfolgreichen Zusammenarbeit.

1981 Empfang beim damaligen Bundespräsidenten Carl Carstens in Bonn. Das Bundespräsidialamt bittet um Exponate und kauft anschließend für die Villa Hammerschmidt an.

1983 Reisen nach Kreta sowie in den folgenden Jahren nach Mykonos, Samos und Santorin.

1986 Ausstellung im Kunsthaus Bühler in Stuttgart

1988 Zusammen mit weiteren Künstlern Ulric Grossmanns findet in der Landesvertretung Baden Württembergs in Bonn eine vielbeachtete Ausstellung statt; Friedrich hält eine wie gewohnt den Kunstmarkt kritisch beleuchtende Rede.

1989 Das Kultusministerium Rheinland Pfalz vergibt Heinz Friedrich ein Stipendiat an der Edward Munch-Stiftung in Ekely/Oslo.

1992 Ausstellung im Oberhessischen Museum Giessen.

1993 In der Folge von sieben Holzschnitten zu Hugo von Hofmannthals "Das große Welttheater" fand die Beschäftigung mit der kräftezehrenden Holzschneidetechnik ihren Höhepunkt.

1994 Der Finanzminister Baden-Württembergs Gerhard Stratthaus verleiht Heinz Friedrich die selten vergebene Carl Theodor-Medaille – die höchste kulturelle Auszeichnung der Stadt Schwetzingen.

1995 Seine Mutter stirbt. Die Kinder stehen auf eigenen Beinen.

1996-1998 Mit über Siebzig Jahren nutzt Friedrich die größeren – auch finanziellen – Freiheiten, Ausstellungen und Aufträge zunehmend zu reduzieren. Hauptsächlich im Schwetzinger Raum und in der Schweiz finden noch vereinzelt Ausstellungen statt.

Ende 90er Jahre/Anfang 2000 Heinz Friedrich genießt das unbeschwerte – ohne finanziellen Druck motivierte – Malen u.a. im Schwetzinger Schloßgarten, in der Rheinebene, in seinem Pfälzer Bauernhaus sowie dem Odenwald und Schwarzwald. Besondere Aufträge (u.a. Gestaltung von Mercedes Bussen der BRN, Wandmalerei im Dorint Hotel) nimmt er aber oft aus Neugier an. Ins Ausland zieht es ihn weiterhin zu seinem jahrzehntelangen Freund Cesare in einen Vorort von Mailand. Cesare Marioni – mittlerweile Professor an der Mailänder Hochschule hat er seit über 40 Jahren jedes Jahr im August besucht.

2004 Anlässlich des 80. Geburtstages feiert ihn die Stadt Schwetzingen mit einem Empfang. Zahlreiche Offizielle wie Stadträte, Vertreter der Kunstszene, Förderer und Sammler sowie Freunde aus Rheinland Pfalz, Hessen und Baden Württemberg erweisen ihm die Ehre.

2005 Der Mannheimer Unternehmer Horst Engelhardt bittet seinen Freund Heinz Friedrich eine Büste des verstorbenen Bundestrainers Sepp Herberger zu fertigen. Beim Neujahrsempfang im Mannheimer Rosengarten enthüllt Friedrich sein Werk vor den ehemaligen Oberbürgermeistern Widder und David sowie den Mannheimer Fußballhonoratioren Walter Spagerer und Klaus Schlappner.

2006 Anlässlich seltener werdender Besuche bei der Familie seines Sohnes Johannes in Berlin entstehen aber dennoch seltene Werke in und von der Hauptstadt Berlin.

2008 Der Stadt Schwetzingen schenkt Heinz Friedrich 50 Ölbilder, Aquarelle und Holzschnitte. Zusammen mit Arbeiten, die bereits im Besitz der Stadt waren, wird hieraus die "Schwetzinger Sammlung Friedrich".

2009 Stadt und Kunstverein Schwetzingen verneigen sich zum 85. Geburtstag mit einer großen Ausstellung vor "...einer lebenden Legende".

2012 Seine stark unter Demenz leidende Frau Helga stirbt im Oktober. Die letzten gemeinsamen Jahre unter einem Dach bis 2009 waren physisch und psychisch sehr belastend. Sein Schwetzinger Umfeld – allen voran der Kunstliebhaber und Friedrichs langjähriger Farbenlieferant Klaus Schäfer – kümmern sich fast täglich vor Ort um den Künstler. Auch durch seine ihn immer auszeichnende Disziplin übersteht er diese depressive Phase.

2013 Seinem Sohn Johannes übergibt er die Aufarbeitung, Verwahrung und weitere Betreuung, Vermarktung seines künstlerischen Werkes und Leben.

2014 Im Vorfeld zum 90. Geburtstag Heinz Friedrichs ist www.kunst-heinz-friedrich.de online. Bei der Vernissage im Palais Hirsch sind zwanzig Schwetzinger Aquarelle, einige wenige Exponate und ein Ausstellungskatalog käuflich zu erwerben.